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  Leserkommentare (293)

 Anfragen  ::   293. Anfrage vom 20.06.2007  ::   Leserkommentare (293)


Wie schaffe ich es, trotz vieler Kinder beruflich erfolgreich zu sein?

Leserkommentare: (Die folgenden Beiträge stammen von Lesern und decken sich nicht unbedingt mit der Meinung der MWonline-Redaktion)

Hallo, vor 30 Jahren war ich in Ihrer Situation und habe es nie bereut, erfolgreich "unterwegs" gewesen zu sein und Kindermädchen für zu Haus zu haben. Keine Kinderfrauen, sondern wechselnde liebevolle Pädagogik-Studentinnen, die nebenbei zur Mehrsprachigkeit beitrugen. In Frankreich war das immer schon leichter als hier und kein Mensch fand das anstößig. Wenn Sie leistungsfähig sind und deshalb gut verdienen, sollte das heute erst recht kein Problem mehr sein. Ursula Engelen-Käfer hat das genau so gemacht.
Viel Erfolg dabei!
GiLa
Absender: gisela.lauritzen@t-online.de


Liebe Anfragende,
ich bin ebenfalls Anfang 30, berufstaetig und alleinerziehend. Mein Kind ist ein wenig aelter als Ihre, und selbst mit diesem einen Kind finde ich es hin und wieder aeusserst muehsam, meine Ziele zu verfolgen. Der Rat, die Mutterrolle moege einem "zuwachsen", haette mir zu keinem (!) Zeitpunkt geholfen. Sicher, Kinder sind da und haben berechtigte Ansprueche. Aber dennoch ist die dominierende Frage, wieso eine Mutter alleine fuer die Kinder verantwortlich sein sollte. Daher wuerde ich schauen, was sich an der Situation optimieren laesst, ohne unbedingt "mehr" hineinzupacken.
Ein anderer Gedanke: Vielleicht wuerde es sich "auszahlen", etwas bewusster oder mehr in den Umgang mit den Kindern zu investieren, sei es mit einer Erziehungsberatung oder einem Elternkurs - oder auch nur, mit den Kindern geplante, schoene Aktivitaeten zu unternehmen. Evtl. spueren die Kinder, dass Sie innerlich "auf dem Sprung sind" und haben sich sozusagen "verbuendet", um Sie auf Trab zu halten und Sie mit ihnen zu beschaeftigen? Mehr mit Kindern und fuer Kinder, das koennte in paradoxer Weise zu einer Entspannung der Situation fuehren.

Abgesehen davon: man glaubt es manchmal nicht, aber es hat wirklich vieles mit Phasen der Kinderentwicklung zu tun. Ich merke, dass sich zwischen dem 3. und 4. Lebenjahr meines Kindes viel getan hat, und langsam gewinne ich Freiraeume zurueck.
Soweit als subjektive Ergaenzung der guten Anregungen oben.
Mit aufmunterndem Gruß!


Hallo, ich bin auch Mutter von drei Kindern (20J, 16J und 4 J) und berufstätig (35Std in leitender Funktion). Die Gewissensnöte kann ich sehr gut verstehen. Kinder brauchen in jedem Alter einen Ansprechpartner und dass es mit zunehmendem Alter der Kinder leichter wird, diese Illusion möchte ich auch nehmen. Es wird anders. Die Probleme verlagern sich auf andere Ebenen. Mir hat immer geholfen, dass ich mir den Grundsatz gab: Qualität durch Quantität zu ersetzen. Wenn ich Zeit für die Kinder habe, dann bin ich ganz für sie da, ohne Telefon, PC oder Handy. In der Arbeit bin ich in der Arbeit, zuhause bin ich zuhause. Perfektion des Haushaltes ist abgeschafft. Es ist ein Lernprozess für alle Beteiligten dieses Arrangement zu akzeptieren und zu leben. Es funktioniert bisher ganz gut. Mit zunehmendem Alter (ich bin 48 Jahre alt) geht es immer besser.

Meine Kinder brauchen mich und akzeptieren in der Zwischenzeit, dass es Elemente wie die Arbeit in meinem Leben gibt, die ich eben brauche. Für mich müssen Hobbies, Ausgehen mit Freundinnen etc zurückstehen und das akzeptiere ich wiederum. Es gilt eine eigenen Balance zu finden, und die liegt bei jedem woanders.
Gelassenheit und Souveränität auszustrahlen, wo immer ich bin, ist eines der besten Mittel, die ich kenne. Auch Arbeit kann fünf Minuten warten. Aber das ganze Thema ist sehr komplex und eigentlich gibt es nur individuelle Lösungen. Ich wünsche der Anfragerin viel Glück, auch Mut um ihr Leben auszubalancieren.
Absender: c.thueringer@allgaeuer-werkstaetten.de


Liebe, tapfere und belastbare Fragerin,
ich antworte Ihnen weniger als Coach, sondern als Mutter und immer berufstätige Frau, die die Unruhe, den Stress, die Nervigkeit die tausend Baustellen geradezu nochmals erlebt. Ich möchte die vorherigen Anregungen auch nur ergänzen.
Vielleicht ist es kein entweder erfolgreiche Mama oder erfolgreich im Beruf, sondern ein sowohl als auch, wenn wir uns von den "Traumbildern" verabschieden und uns klar machen was unsere inneren Werte sind.

Ohne Unterstützung und zwar mit dreifacher Sicherung kommen Sie sicher an Ihre Grenzen. D.h. Vater, wenn vorhanden, Eltern, Freunde und bezahlte Hilfen für Haushalt oder Kinder sind wichtig um beidem gerecht zu werden. Auch wenn es nicht so aussieht, wenn die Kinder in die Schule kommen, wird es noch schlimmer, dann wächst auch noch der Leistungsdruck von außen, stellen sie sich heute schon drauf ein. Uns hat unsere "Pflegemama" sehr geholfen, und wenn ich dann da war, war die Qualität des Zusammenseins sehr gut.

Zu dem Thema Jungens und Streiten. Sie schreiben nichts zu Ihrer Ursprungsfamilie und ich weiß nicht, was Ihre Erfahrungen mit Brüdern sind. Ich weiß nur, dass mich das Thema auch zermürbte und erst die Auseinandersetzung mit der Erziehung von Jungens und der Austausch mit anderen Eltern zu einem gewissen Verständnis führte und ich dann diese Streitereien ertragen lernte. Übrigends heute vertragen sich meine Jungs prima nach über 16 Jahren..... das wird bei Ihnen sicher auch so, ist das kein Lichtblick? Also es geht immer an die Substanz, sorgen sie gut für sich, nur so können Sie in beiden Bereichen gut sein. Und für sich sorgen heißt auch mal Hilfe suchen und das Sie das können, haben Sie mit Ihrer Anfrage gezeigt. Viel Erfolg, Kopf hoch und durch!
Absender: sigrid.bischof@t-online.de


Hallo, ich finde das klasse, dass Sie mit dieser Frage an die Öffentlichkeit gehen. Sie sind auf keinen Fall allein mit diesen Fragen, sondern teilen dies mit vielen vielen anderen Frauen. Leider ist es in diesem unserem Lande ja immer noch so, dass es die Frauen sind, die sich hauptsächlich um die - kleinen - Kinder kümmern und dass es den Frauen angelastet wird, wenn sie es nicht super berauschend finden, zuhause zu bleiben, um da ihrer wahren "Bestimmung" nachzugehen! In keinem anderen europäischen Land gibt es diese Rückständigkeit wie bei uns.

Ich war vor 24 Jahren alleinerziehende Mutter und gleichzeitig mit Leidenschaft berufstätig. Was ich mir dabei anhören musste... Rabenmutter, dir sollte man das Kind wegnehmen... war noch das Wenigste. Was ich heute anders machen würde? Ein Aupair oder Kinderfrau (von dem Geld, das ich verdiene), den Vater deutlich mehr einspannen, noch mehr, als ich es gemacht habe, einen Bekanntenkreis zum Kinderaustausch aufbauen, die Kinder in eine öffentliche Kita geben, wo ich nicht mitarbeiten muss, den Haushalt öfters liegen lassen, öfters call a pizza machen, mir kein schlechtes Gewissen machen lassen... und wissen, dass es ruhiger wird, wenn sie älter werden :-) und mir zugestehen, dass ich manchmal am Ende bin.
Gruß Uschi
Absender: info@ringwald-consulting.com