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Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, ist hier richtig: von der Bewerbung bis zu schwierigen Entscheidungen an wichtigen Weichen des eigenen Werdegangs |
"Networking auf amerikanisch" wäre sicherlich auch ein denkbarer Untertitel für dieses Buch. Die typischeamerikanische Erfolgsgeschichte hat diese Tipps und praxisnahen Ratschläge zum Aufbau funktionierender Geschäftskontakte geprägt. Vom Arbeitersohn aus ärmlichen Verhältnissen schaffte es Herr Ferrazzi zum Berater der wichtigen Leute in Amerika zu werden, Hilary Clinton im Flugzeug begleiten zu dürfen, bei den großen Zeitungen wie New York Times und Forbes in null Komma nichts Artikel zu veröffentlichen, etc. Seine teilweise recht unorthodoxen Wege brachten ihm den beschriebenen Erfolg, den er hier weitergeben will.
Nun zum Inhalt:
Zwischen den großen Kapiteln gibt es kleine Kurzbiographien von Menschen, die aus seiner Sicht seine Thesen gelebt haben und ebenfalls den beschriebenen Erfolg brachten. Es sind Persönlichkeiten, die er "große Connectors" nennt wie Dale Carnegie, Dalai Lama, Benjamin Franklin, etc …
Die Kapitel selbst sind:
- Die geistige Haltung
- Nicht aufrechnen
- Wie lautet Ihre Mission?
- Das Genie der Unverfrorenheit
- …
- Fähigkeiten
- Namen sammeln
- Der kunstgerechte Umgang mit dem Torwächter (dahinter verbirgt sich die Assistentin desjenigen, den man kennen lernen möchte, also die Chefsekretärin.)
- Teile deine Leidenschaften mit anderen
- Die Kunst des Plauderns
- …
- Machen Sie Verbindungen zu Verbündeten
- Gesundheit, Vermögen und Kinder
- Klingeln – und zwar ständig
- Ankergäste (das sind Menschen, die selbst ein großes Netzwerk haben und durch die man Zugang zu neuen Kreisen bekommt) finden und füttern
- …
- Hoch spielen und zurückgeben
- Seien Sie interessant
- Bauen Sie Ihre eigene Marke auf
- Verbreiten Sie Ihre Marke
- In die Nähe der Macht gelangen
- Finden Sie Mentoren, finden Sie Schützlinge- und noch einmal von vorne
- Ausgleich gleich Unsinn
- ...
Sein Tenor ist vergleichbar mit dem Spruch aus der Bibel:
Geben ist seliger als nehmen. Einfach deswegen, weil seiner Meinung nach die Dinge sowieso zu einem zurückkommen, in die man investiert hat. Vielleicht nicht unbedingt jetzt und hier und so wie man es erwartet hat, sondern irgendwann und dann zum rechten Zeitpunkt.
Sie finden jetzt eine lose Sammlung markanter Zitate, die Ihnen einen Geschmack der grundlegenden Tipps und Ansichten geben werden. Auch wenn sie aus dem Zusammenhang genommen sind, werden Sie Ihnen vielleicht etwas Inspiration sein können:
"Ein Netzwerk funktioniert exakt, weil man gegenseitig anerkennt, dass man einander braucht. Es gibt ein stillschweigendes Einverständnis. Dass die Investition von Zeit und Energie in persönliche Beziehungen mit den richtigen Menschen eine Dividende abwirft." (S. 28)
"Wenn man jemanden bspw. bei einer Veranstaltung anspricht, den man schon länger kennen lernen wollte, sollte man sich vorher ein wenig schlau gemacht haben über die Person: "Als ich auf die Vorstandssitzende XY stieß, erwähnte ich, dass sie ja auch Marathon laufen würde. Worauf sie entsprechend überrascht und erfreut reagierte und fragte, woher ich das wisse. Ich scheue mich nie, meine Recherche zu erwähnen so antwortete ich: "Ich gebe mir besondere Mühe, mich über die Menschen zu erkundigen, die ich kennen lernen möchte" war die unverblümte Antwort." (S. 103)
"Treiben Sie Menschen auf, die ganz anders aussehen, handeln, klingen als Sie. Holen Sie sich Ideen von Menschen, mit denen Sie normalerweise nicht sprechen würden und die in völlig unterschiedlichen Berufswelten leben, die Sie normalerweise nicht bereisen würden." (S. 189)
"Das bedeutet, dass der Markt heute Kreativität über reine Kompetenz und Expertenwissen über allgemeines Wissen stellt. Wenn das, was man tut, eigentlich jeder tun kann, dann findet sich immer jemand, der bereit ist, es für weniger Geld zu tun. Ein Beleg dafür sind all die Arbeitsplätze, die nach Bangladesh und nach Bangalore abwandern. Nur von einem hat noch niemand herausgefunden, wie man es outsourcen kann – die Schöpfung neuer Ideen." (S. 288)
"Was gegenseitigen Nutzen angeht, sollte man am besten zuerst Hilfe bieten und nicht darum bitten. Wenn es jemanden gibt, dessen Wissen Sie brauchen, finden Sie eine Möglichkeit, wie Sie dieser Person von Nutzen sein können. Überlegen Sie, welche Bedürfnisse sie hat und wie sie ihr helfen können." (S. 386)
Manchmal wirken seine Vorgehensweisen für deutsche Ohren etwas brachial. Zugleich gibt der Erfolg ihm recht. Er verbindet persönliche Interessen mit den beruflichen und deklariert dies als Teil des Erfolgsrezeptes. Man soll sich mit Menschen umgeben, die man mag, mit denen man gerne zusammen ist. Wo hierzulande ja noch die Meinung vorherrscht, Privates und Berufliches zu trennen, macht er am liebsten mit Freunden Geschäfte. Denn gegenseitiges Vertrauen ist einer der wichtigen Klebstoffe für Networking.
Nicht alles ist eins zu eins zu übertragen, doch vieles ermutigt und lässt eigene Hemmungen kleinlich erscheinen. Auch verschwiegt er nicht, wie oft er abblitzte, wie viele Absagen er einsteckte und wie viel Hartnäckigkeit es braucht, um wirklich "nach oben" zu kommen.
Auch wenn es nicht darum geht, nun eben ganz oben zu landen, findet hier wohl jeder wertvolle Tipps und ermutigende Hinweise ein tragfähiges Netzwerk entstehen zu lassen. Leicht und amüsant zu lesen ist das Buch dazu.
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dagmar Wiegel) |
(dwiegel 19.10.2007) |
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