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  Buchbesprechung


Schluss mit diesen Spielchen!
Manipulationen im Alltag erkennen und wirksam dagegen vorgehen

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Dehner, Renate / Dehner, Ulrich
1. Aufl. (2007)
Campus Verlag, ISBN: 3593382458


Unsere Bewertung:   

Schlagworte:
Transaktionsanalyse, Manipulation, Kommunikation

Themenliste Literatur
Kommunikation   Alles, was uns hilft, das Miteinander Umgehen besser zu verstehen und besser miteinander umzugehen

Psychologische Ratgeber sind so eine Sache. Ist man einschlägiger Fachmann, empört man sich beim Lesen über platte Vereinfachungen. Ist man fachfremd, freut man sich, endlich einfach erklärt zu bekommen, warum was (nicht) klappt. Vor diesem Hintergrund wird diese Rezension etwas kritischer ausfallen als es vielleicht dem Buch gut tut, das durchaus seinen Platz wenigstens als Urlaubslektüre im Reisegepäck verdient hat.

Die beiden Autoren erklären schlüssig, wie die sogenannten "Spiele" entstehen, welche Funktion sie haben und welche Eigenschaften die Umgebung aufweisen muss, um zum geeigneten Mitspieler zu mutieren. Sie beschreiben, wie die unterschiedlichen Kommunikationsebenen miteinander verknüpft sind (Beziehungsebene, Kontextebene, verdeckte Ebene), sie erklären kurz und klar, welche Erklärungen die Transaktionsanalyse anbietet, um die Funktionalität der Spiele zu begründen. Hier sind Kind-Ich, Erwachsenen-Ich und Eltern-Ich mitverantwortlich für die jeweilige Aktivierung von Opfer-Retterrollen, die dann in den Situationen von den Beteiligten je nach persönlicher Vorgeschichte ergriffen werden und echte Lösungen verhindern. Dabei ist das jeweilige Lebensskript aus Sicht der Autoren hauptverantwortlich für die jeweiligen später gewählten Rollen.

Ausführlich wird über Spiele in Familien, in der Partnerschaft oder der weiteren sozialen Umgebung eingegangen. Hier soll etwas ausführlicher auf das Kapitel: "Typische Bürospiele" eingegangen werden. Sie unterscheiden sich meist auf der inhaltlichen Ebene von den privaten Spielvergnügen und sind daher meist aus den vorhergehenden Kapiteln abgeleitet. Stichwörter sind:
  • Das Ja-Aber Spiel (Der Mitarbeiter, der alles besser weiß….),
  • Wenn Mitarbeiter blöd spielen (Wer spielt blöd? Wie steigt man aus?...),
  • Das Tritt-mich-Spiel (Der Kollege, der unerklärliche Fehler macht, manche Nervensäge braucht einen Therapeuten... - Hier reibt man sich etwas verwundert die Augen, denn auf Seite 164 raten sie den Lesern einfach mal einen Mitarbeiter loszuwerden, der sich als "Troublemaker" entpuppt und wohl eher zum Therapeuten müsste: "Trennen Sie sich auf jeden Fall von ihrem Troublemaker, wenn es sich um einen wirklichen harten Tritt-mich-Spieler handelt. Denn Sie haben einen Arbeitsvertrag, keinen Therapievertrag." Dies ist ja durchaus nachvollziehbar und möglicherweise konsequent. Auf Seite 183 wird genau dieses Argument eines Managers, der sagt "Ich bin doch kein Therapeut", als Holzbein des Managers interpretiert und eher als mangelnde Kompetenz gedeutet.)
  • Das Ach-wie schrecklich-Spiel (Wie man Opfern hilft, ohne sie zu retten...)
  • Das Gerichtssaal-Spiel – Büroversion (es gibt nur einen Gerichtssaal, wenn es einen Richter gibt und wie man es schafft, als Vorgesetzter nicht in diese Rolle zu schlüpfen),
  • Das Holzbein-Spiel ("Wer sich ein Holzbein umschnallt, hat Angst vor Neuem. Verschwindet die Angst vor Neuem, verschwindet auch das Holzbein. Leider ist diese Angst genau der Grund, weshalb so viele Manager von ihren Holzbein-Mitarbeitern jahrelang ausgetrickst werden: Sie haben Angst vor der Angst der Mitarbeiter und kontern das Holzbein mit einem Holzbein..." S. 183).
Nett ist der Tipp im Kapitel "Solospiele", der bereits länger in Therapien wie Psychodrama oder Gestalttherapie als Möglichkeit der Externalisation üblich ist: "Sie können die Persönlichkeitsanteile, die spielbereit sind (gemeint sind die negativen Rollen, die uns wie magisch anziehen und uns dann in die Irre führen), wie gute alte Bekannte begrüßen, nicht wie verabscheuungswürdige Feinde. Sonst geraten Sie noch in die Falle, dass Sie sich bestrafen, dass Sie sich gehauen haben. Viel besser ist es, wenn Sie mit sich selbst umgehen wie mit einer geliebten Respektsperson – Sie brauchen ja nicht gleich anfangen, sich zu siezen." (S. 193).

Kurz vor Schluss gibt es noch Tipps, wie man sich aus den Fängen der Spiele befreien kann und welche Alternativen möglicherweise besser zum Ziel führen. "Das Prinzip, nicht dem ersten Impuls zu folgen ist nicht neu, aber sicherlich gerade, wenn man emotional angetriggert ist, oft schwer zu befolgen. Letztlich geht es um Selbstwahrnehmung, Selbsterkenntnis und lernen, Distanz einzunehmen, zu sich und den anderen. Mit dem Blick "von außen" kann man dann sowohl sich selbst als auch dem Gegenüber zuschauen, wie man sich verwickelt und dann eben auch wieder befreit.

Mit einer der allseits geliebten Checklisten werden Sie schlussendlich noch durch Ihre vergangene Woche geführt und Sie können anhand von Fragen eigenes Spielverhalten analysieren.

Insgesamt gibt es ein paar Widersprüche im Buch, wie sie schnell auftreten, wenn die Welt etwas zu schlicht erklärt wird. Dass jede Leserin und jeder Leser sich irgendwo wiedererkennen wird, ist wahrscheinlich. Da Selbsterkenntnis der erste Weg der Besserung ist (behaupten zumindest manche psychologischen Ratgeber), kann dieses Buch hier vielleicht erhellend wirken.

(MWonline zur Verfügung gestellt von Dagmar Wiegel)

(dwiegel 24.07.2007)

Diese Buchbesprechung ...
lässt keine Wünsche offen 
ist interessant, könnte aber ausführlicher sein 
ist wenig aussagekräftig 
wird dem Buch nicht gerecht 

 

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