| Alles anders im Web 2.0? |
Das Schema ist stets das Gleiche: Ein Thema taucht irgendwo auf, die Experten bleiben unter sich, bis die Medien aufmerksam werden. Dann aber breitet es sich epidemieartig aus, und ganz gleich, welches Blatt man aufschlägt, überall ähneln sich Titel und Tenor. So auch mit dem Web 2.0. Schon überschlagen sich die Superlative, alles wird anders. Nun weiß auf einmal jeder, warum das mit dem E-Learning nicht klappen konnte: Richtige Interaktivität war mit diesen "veralteten" Methoden ja gar nicht möglich. Nun aber geht es. Ach ja?
Ein bisschen Erstaunen sei erlaubt. Also, was haben wir denn da: Der Nutzer kann sein eigenes
Online-Tagebuch schreiben und anderen zur Verfügung stellen,
Weblog nennt man das. Da kann er alles in die Tasten hauen, was ihm durch den Kopf geht, und endlich steht das Wissen aller Mitarbeiter allen anderen zur Verfügung. Merkwürdig: Internet-Foren gibt es schon ewig, wo ist der große Unterschied? Okay, jeder Eintrag kann mit jedem anderen verknüpft werden, man kann die interessanten Inhalte per
RSS-Feed abonnieren - aber warum sollte nun alle Welt ihr Wissen per Blog zur Verfügung stellen? Es gibt Unternehmen, die nehmen das in die Zielvereinbarung auf. Das soll den Durchbruch in Sachen Wissensmanagement bringen?
Dann gibt es die
Podcasts. Jeder kann nun sein eigenes Radioprogramm erstellen, spezielle Software macht es möglich. Genial: Man zeichnet ein Meeting auf, und wer es verpasst hat, der hört es sich nachträglich an. Das ist nett. Aber das Tonband und den Kassettenrekorder gibt es schon ewig, ebenso den Walkman. Und weil man nun den MP3-Player in der Tasche hat, findet man Gefallen an den Diskussionen der Kollegen von gestern? Merkwürdig.
Jaja, ich weiß, das klingt, als hätte ich etwas gegen moderne Tools. Im Gegenteil: Zweifellos ist die Möglichkeit, Texte anderer nicht zu zu lesen, sondern auch zu verändern, sie fortlaufend zu optimieren und dem neusten Wissensstand anzupassen (
Wiki), eine geniale Geschichte, die vieles verändern wird. Und wenn auf meinem Bildschirm eine Frage eines Kollegen von irgendwo auf der Welt per Skype auftaucht, dann kann ich mich schon sehr für diese Form des Wissensaustauschs begeistern. Aber ist das eine Revolution?
von
Johannes Thönneßen
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Publikationen zu diesem Thema: |
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Autor / Titel |
Kurzbeschreibung |
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John Erpenbeck / Werner Sauter Eine Lernrevolution bahnt sich ihren Weg Personalwirtschaft (Heft 02, 2007) |
Welche Rolle spielt Social-Software bei der Kompetenzentwicklung? Wachsen Blended Learning, Social Software und Wissensmanagement zusammen? |
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Siegfried Lautenbacher / Christian Buric Hörbare Wissensvermittlung im Pocket-Format Personalwirtschaft (Heft 02, 2007) |
Welche Rolle können Podcasts bei der Wissensvermittlung spielen? Welche Erfahrungen gibt es hierbei inzwischen? |
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Nikolaus Krasser Blogging - eine neue Form des Wissensaustauschs Personalwirtschaft (Heft 02, 2007) |
Wie bringt man Mitarbeiter dazu, ihre Wissen regelmäßig in Form eines Intranet-Berichts allen anderen zur Verfügung zu stellen? |
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Karl Wilbers Vom einsamen Leser zum sozialen Täter Personalwirtschaft (Heft 02, 2007) |
Was bedeutet das Web 2.0 für die Personalentwicklung? Wird damit Wissensmanagement endlich funktionieren? Und welche Techniken verbergen sich überhaupt hinter dem Web 2.0.? |